Zum Gedenken an Ferdi Ruegg

   

 

Ferdi Ruegg (14. Mai 1950 – 20. Mai 2008) war der ständige Schlagzeuger der TONI’S BIG BAND, und dies seit der Gründung des Orchesters 1982 bis zu dem folgenschweren Tag, an welchem das Herz unseres Freundes völlig unerwartet zu schlagen aufgehört hat.
 

 

Ferdi hat die Big Band nachhaltig geprägt. Durch seine unbestechliche Sicherheit im Tempo, durch sein ausgeprägtes Gefühl für den Swing, durch seine genaue Kenntnis des Repertoires und durch seine gründlichen Kenntnisse der Musikgeschichte hat er dem Orchester Charakter verliehen.


Obwohl der Schlagzeuger am Rande der Bühne spielte - wohl getarnt, ja fast versteckt hinter seinen „Kübeln“, wie er die Trommeln zärtlich nannte, und seinen Becken - hat er in der TBB eine zentrale Rolle eingenommen.


An der Seite der Dirigenten Toni Raemy, Max Jendly und Samuel Zingg hat Ferdi viel beigetragen zur Entwicklung eines anfänglich regionalen Ensembles (Ferdi war der einzige Berufsmusiker und der einzige Romand) bis hin zu einem Jazzorchester, welches heute in der Schweiz und im Ausland bekannt und geachtet ist.

 

Ferdi war nicht nur ein Ausnahmekönner am Schlagzeug, er war auch ein glänzender Pianist. Mit seinem Klavierspiel hat er uns, vor allem nach Konzerten, oft bis in den frühen Morgen, unvergessliche Stunden geschenkt.

Unser Ferdi war ein ausserordentlicher Musiker, aber er war auch ein feinfühliger Weggefährte, ein liebenswürdiger Mensch, den jedermann gerne zum Freundeskreis zählte.

 

Ohne sich in den Vordergrund zu drängen und ohne sich in die Angelegenheiten seiner Orchesterkollegen einzumischen fand er auch in schwierigen Situationen die richtigen Worte, ein echter Gentleman.

 

Er war ein ausgezeichneter Geschichtenerzähler, der mit seinem Schalk in den Augen sprühte vor Lebensfreude und Lebenslust. Diese brachte er besonders in seinen aufregenden Soli zum Ausdruck.

 

Virtuose und Pädagoge, freundlich, heiter, zugänglich, beliebt, leutselig im besten Sinne des Wortes, das sind die Bilder, welche uns fortan begleiten, und welche die Aufnahmen auf unseren 3 CD’s uns wieder ins Gedächtnis rufen.

 

Das letzte gemeinsame Erlebnis mit der Band war das Konzert vom 14. Mai 2008, er feierte seinen 58. Geburtstag. Weniger als eine Woche später, am 20. Mai, hat ihn der Tod eingeholt. Wahrlich der einzige Tag, an welchem er sein „savoir vivre“ vergessen hat. Sacré Ferdi.

Michel Perriard / Toni Raemy
Juni 2008

 

 

 

______________________________________________________
Design by AnimagE - Webmaster
Aktualisiert: 09. September 2008